Kleine Frucht, großer Preis – Wissenswertes über Avocados

Seit einiger Zeit ist vermehrt der Trend zu gesunder Ernährung und Fitness zu bemerken. Dabei werden wir nicht selten auch von Smartphone Apps, Sportprogrammen und Supermarktangeboten gelockt. Gerade letztere versuchen durch sogenannte Superfood uns Verbrauchern meist sehr teure verheißungsvolle Produkt zu verkaufen. Eines davon ist auch die Avocado, die sich seit einiger Zeit einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreut. Nur was macht sie so besonders und vor allem, was sollten wir über diese Frucht wissen:

Avocados:

Avocados sind den Lorbeergewächsen zugeordnet. Sie wachsen als Beeren an Avocadobäumen in Ländern wie Mexiko, Peru, Südafrika, Chile oder Israel. Es gibt aber auch kleinere Anbaugebiete in Spanien. Avocados, auch Butterfrüchte genannt, gibt es in ca. 4000 verschiedenen Sorten. Die bei uns bekanntesten und beliebtesten sind die Sorten Hass und Fuerte. Die Hass zeichnet sich durch ihre dunkle leicht noppenartige Schale aus. Die Fuerte durch eine grüne, recht glatte Schale. Beide Sorten haben einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die für unseren Körper wichtig sind und sich sogar positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Die Früchte werden noch hart vom Baum geerntet und reifen auf ihrem Weg in unsere Supermärkte nach. Beim Kauf sollte man aber darauf achten, dass sie nur leicht nachgeben. Andernfalls könnten sie bereits einige schlechte Stellen haben. Will man den Reifeprozess ankurbeln, sollte man die Avocado einfach in Zeitungspapier einschlagen oder in einen Korb mit Äpfeln legen. Soll der Reifeprozess unterbrochen werden empfiehlt sich die Lagerung im Kühlschrank.


Der Konsum und seine Folgen:

Durch das starke Interesse an dieser kleinen Frucht und dem rasant steigenden Konsum haben auch viele Bauern in Mexiko begonnen Avocados anzupflanzen. Dazu roden sie allerdings nicht selten immer mehr Regenwaldflächen ab und bauen in Monokulturen Avocadobäume an. Bis diese ihren ersten Ertrag abwerfen dauert es allerdings bis zu drei Jahren. In dieser Zeit werden viele Pestizide verwendet, um ebendiese Monokultur am Leben zu halten. Dass sie damit aber nicht nur der Natur schaden, sondern vielmehr auch sich selbst, scheint nicht bewusst zu sein. Denn: Die Pestizide gelangen ins Trinkwasser und führen zu starken Erkrankungen bei den Menschen.

Doch nicht nur Mexiko sind die Folgen des Konsums sichtbar. Auch in Israel, einem der größten Exporteure an die Europäischen Staaten bekommen die Menschen die Schattenseiten des Konsums zu spüren. Die Avocado ist dort eigentlich ein täglicher Begleiter. Die Menschen wissen über ihre gute Wirkung und haben sie als festen Bestandteil in ihre tägliche Ernährung mit eingebaut.
Durch die gestiegenen Exportzahlen allerdings sind auch im Land selbst die Preise extrem angestiegen. Viele Landsleute können Preis von umgerechnet 5 Euro pro Frucht nicht mehr bezahlen. Eines der wichtigsten Nahrungsmittel wird für sie unerreichbar.

Die Avocado ist leider nicht das einzige Beispiel, welches deutlich die starken Auswirkungen unseres Konsumverhaltens zeigt. Um den Menschen dort vor Ort eine Chance auf ein gutes Leben zu geben und ihre Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzen, sollte es uns möglich sein auf fair gehandelte und umweltschonende Produkte zu setzten. Uns geht es im Vergleich zu vielen anderen Menschen der Erde herausragend gut. Wir sollten also auch Verantwortung übernehmen und anderen Menschen helfen. Schon die Beschränkung auf mit Fairtrade, UTZ oder Rainforest Alliance gekennzeichneten Avocados hilft.

Fazit:

Ich möchte niemandem verbieten Avocados zu kaufen bzw. sie zu konsumieren. Ich möchte nur auf die Auswirkungen unseres Konsums aufmerksam machen und zeigen, wie stark wir durch Werbung und Marketing dazu gebracht werden, bestimmte Produkte zu kaufen. Wir sollten mehr darauf achten nicht nur an unser eigenes, sondern vielmehr auch an das Wohl anderer zu denken. Schon mit kleinen Veränderungen können wir die Welt besser machen!


Einen Avocadobaum selbst pflanzen:

Und wenn ihr euch selbst mal ein Bild machen möchtet, wie schwierig es ist einen Avocadobaum zu pflanzen probiert es einfach aus. Ich selbst habe mich vor ein  paar Wochen an den Versuch gewagt einen Avocadobaum zu pflanzen. Hierbei bestehen zwei Möglichkeiten:

  1. Du pflanzt einen Avocadokern direkt in einen Blumentopf mit Erde ein. Dabei ist zu beachten, dass die spitze Seite nach oben zeig und der Kern etwa auf der Hälfte des Blumentopfes sitzt.
  2. Oder du setzt zuerst ein paar Wurzeln in einem Wasserbehältnis an. (Für diese Variante habe ich mich entschieden). Hierfür musst du den Kern mit drei-vier Holzstäben oder Zahnstochern fixieren und auf ein Behältnis mit Wasser setzten. Auch dabei sollte die spitze Seite des Kerns nach oben zeigen. Der Kern sollte nur bis zur Hälfte vom Wasser bedeckt sein. Sobald er erste kleine Wurzeln ausbildet, kann er in einen Blumentopf mit Erde eingepflanzt werden.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass die Pflanze an einem hellen, kühlen Ort steht. 10 bis 15 Grad sind optimal. Besprühe sie regelmäßig mit etwas Wasser. Und nun heißt es Abwarten und Tee trinken. Denn es kann einige Zeit und Geduld in Anspruch nehmen. Bis mein Kern angefangen hat zu keimen hat es ganze 8 Tage gedauert.

 

Avocado

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