Engele – Ein Einblick ins Buch

Engele – Titelbild

Ein bisschen was zu einem kürzlich entdeckten und sehr gemochten Buch: Engele – die Geschichte dreier Frauen in Form einer Prosa geschrieben.

Manchmal gibt es Bücher, die mich gleich fesseln zum Beispiel „Der Club“ von Takis Würger, welches ich euch im letzten Jahr bereits vorgestellt habe. So war es mit diesem hier auch;

Vor gut zwei Wochen, es war ein Samstag strich ich durch die örtliche Buchhandlung, als es wieder passierte. Einfach ein bisschen bummeln und sehen, was es neues, inspirierendes gibt. Ich sage euch, ich liebe es durch Buchläden zu gehen, überall ein bisschen reinzulesen, die Papierwaren, Ansichtskarten und die Zeitschriften. Wirklich, ich könnte Stunden damit verbringen.
Nun ja, an dem besagten Samstag vor zwei Wochen, es war immer noch eisig kalt draußen, bewölkt aber trocken, wollte ich unbedingt einen kleinen Spaziergang machen. Und landete in der Buchhandlung. Eigentlich hatte ich mir bereits alle Regale, Tische und Auslagen angesehen und war auf dem Weg nach draußen, da griff ich nach der Leseprobe von „Engele“, las die Zeilen auf der Rückseite und war begeistert. Es klang sehr vielversprechend und das war es im Endeffekt auch. Doch lest selbst.

 


Engele

von Claudia Tieschky

Engele – Ein Einblick ins Buch

Darum geht es:

Ich erzähle dir ihre Geschichte, sagt sie. Sie spürt den Wunsch nach Gefühllosigkeit, nach Brutalität. Sie wird es so berichten, wie es war. – In größeren Abständen trifft Lotte ihren Liebhaber. Aus einer Laune heraus beginnt sie eines Tages, ihm von ihrer Großmutter zu erzählen. Sie gerät in eine Erinnerung, die sie lange vor sich selber verborgen hat. Ruth benahm sich in Lottes Kindheit oft exzentrisch und rätselhaft, sie war eine dominante, überschäumend lebenslustige, dann wieder harte Frau. Vor dem Krieg arbeitete Ruth als Krankenschwester in Berlin, sie war emanzipiert und hatte Affären. Es folgt das Familienglück mit dem charismatischen Musiker Siegfried in der süddeutschen Kleinstadt, das in den Fünfzigern jäh zerbricht. Siegfried muss ins Gefängnis – ein Sittlichkeitsdelikt, über das Lotte nie Genaues erfährt. Für Ruth ändert sich alles: Mit kalter Kraft bringt sie ihre Kinder durch, erlebt ihr kleines Wirtschaftswunder, sucht Eskapaden. Während Lotte erzählt, begreift sie Ruth immer besser – auch ihre distanzierte Mutter und ihr eigenes Leben, ihre unsteten Lieben.
Ein offenes Geheimnis und nebenher ein deutsches Sittenbild, von drei Frauen und verblüffenden Freiheiten. Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, erzählt Claudia Tieschky in ihrem Roman dicht, fesselnd und poetisch von einem unbekannten Deutschland.

Engele

Meine Meinung zu „Engele“:

Ich muss gestehen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Nach der Leseprobe war ich bereits hellauf begeistert und konnte es kaum abwarten, damit im Lesesessel zu verschwinden. So passierte es auch, dass ich trotz eines enormen Arbeitspensums das Buch in der gleichen Woche fertig las.

Die Geschichte zeigt drei Frauen, drei Perspektiven, drei Zeiten in denen sie lebten. Prickelnd, detailreich und manchmal auch ganz trocken. Wie das Leben eben so spielt. Dennoch oder gerade deswegen stellt es die harte Realität, die Probleme mit denen man als Frau früher und auch heute noch zu kämpfen hat dar. Das Buch nimmt die vielleicht immer noch vorherrschenden gesellschaftlichen Zwänge auf und gibt ein Bild darüber, wie es sich anfühlen muss, diese zu durchbrechen. Man könnte meinen, in Engele steckt eine verstohlene Kritik auch an unsere heutige, doch so offene Gesellschaft.

Ich fand es sehr spannend, die Entwicklungen der einzelnen Personen zu beobachten und glaube, dass genau dies die Geschichte ausmacht. Der Leser kommt gar nichts drum herum sich mit einer der Personen zu identifizieren, einfach weil die drei doch so unterschiedlich sind. Leider muss ich aber auch sagen, dass ich das Ende relativ abrupt fand. Die gesamt Geschichte und die Spannung, die aufgebaut wurde, wird von jetzt auf gleich umgestoßen und man stolpert zum Ende. Gerade da fehlten mir persönlich noch ein paar Details, die das Ganze abgerundet und vervollständigt hätten, insbesondere beim Erzählstrang der Protagonistin.

Der Schreibstil der Autorin ist sicherlich auch nicht für jeden etwas. Ich würde sagen, dass es eine Form von Prosa ist, die mit relativ kurzen Abschnitte gut harmoniert, manchmal aber auch dazu führt, dass man einen Abschnitt erneut lesen muss, um zu verstehen in welcher Zeit und bei welcher Person man sich befindet. Mich hat der Stil aber von Anfang an mitgenommen. Knackig, aber eben auch so viel, dass Bilder im Kopf entstehen.

Alles in allem finde ich „Engele“ ein gelungenes Debüt von Claudia Tieschky und kann es nur empfehlen.

Kurzbeschreibung:

Und zum Schluss: Alle Infos die noch wichtig sein könnten. Schaut dafür auch gerne auf Amazon oder der Verlagsseite vorbei.

Titel: Engele
Verlag: Rowohlt
Erschienen: 13. März 2018
Seiten: 208
Preis: 20,00 € als Hardcover // 16,99 € als E-Book
ISBN: 978-3737100335

Und übrigens, am 12.04.2018 um 20 Uhr findet in Berlin die letzte Lesung statt. Infos dazu findet ihr natürlich auch auf der Verlagsseite.

Engele – Ein Einblick ins Buch

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